Toni Schapira

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Stolperstein für Toni Schapira auf der Bernhardstraße 37 in Dresden (Foto: Carola Ockert, 2013)

Toni Schapira, geb. Hoffmann (* 27. August 1886 Essen - 1. Mai 1942)

Leben

Toni Schapira, geborene Hoffmann, kam am 27. August 1886 in Essen zur Welt. Ihr Mann Erich Salomon Schapira wurde am 2. Juli 1883 in Hannover geboren. Erich und Toni Schapira heirateten am 10. Mai 1910 und 1935 wurde den beiden im Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zur Silberhochzeit gratuliert.

Im Februar 1912 wurde Erich Schapira von seiner Firma nach Dresden geschickt. Bis zu seiner Zwangsentlassung durch die Nationalsozialisten war Erich Schapira Direktor der privaten Telefongesellschaft PRITEC des Fuldkonzerns. Im Anschluss arbeitete er als Teilhaber der Firma Martin Eichelgrün & Co., einer Feldbahnfabrik. In Dresden sind mehrere Wohnsitze bekannt. Im Januar 1929 wurde Erich Schapira Vorsitzender der ORT-Gesellschaft (Ortsgruppe Dresden), die sich um die Organisation von Arbeitsstellen für die jüdische Bevölkerung bemühte. Ab 1930 war er Vorsitzender der Mittelstandsküchen der Dresdner jüdischen Gemeinde und ab 1934 engagierte er sich als Vorsteher derselben. Außerdem war Erich Schapira Mitglied der Fraternitatisloge.

Das Paar hatte zwei Kinder, Ingeborg und Hans, die Deutschland rechtzeitig verlassen konnten. Hans ging 1938 in die USA und Ingeborg, verheiratete Beck, emigrierte nach ihrer Hochzeit 1935 nach Frankreich. 1939 erkrankte die Tochter lebensbedrohlich. Toni Schapira erhielt die Erlaubnis die Tochter zu besuchen mit der Androhung der Verhaftung ihres Mannes, wenn sie nicht zurückkehren würde. Toni Schapira wurde am 1. Mai 1942 in den Freitod getrieben. Erich Schapira schrieb seiner Tochter am 5. Juli 1942 letztmalig. In diesem Brief beklagte er die Entbehrungen, die er im "Judenhaus" auf der Fürstenstraße 2 erdulden musste sowie die zehnstündige Zwangsarbeit. Erich Schapira wurde am 13. Juli 1942 vermutlich nach Warschau deportiert und von dort aus nach Auschwitz-Birkenau. Er hat die Shoa nicht überlebt. Die Tochter Ingeborg Elisabeth konnte ihre beiden Kinder und sich unter großen Entbehrungen in Frankreich verstecken.

(Quelle: http://www.stolpersteine-dresden.de)

Gedenken

Am 26. November 2012 wurden zur Erinnerung an Toni und Erich Schapira zwei Stolpersteine auf der Bernhardstraße 37 (Dresden-Südvorstadt) gesetzt. Die Verlegung der Stolpersteine fand in Anwesenheit der Enkelin (Tochter von Ingeborg Beck) von Erich und Toni Schapira statt.

Weblinks


Frauenbildungshaus Dresden | Frauenstadtarchiv Dresden | Genderkalender