Tami Oelfken

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Tami Oelfken (25. Juni 1888 Blumenthal bei Bremen - 7. April 1957 München) war Schriftstellerin und Reformpädagogin. 1908 bestand sie ihr Staatsexamen und arbeitete als Lehrerin in Ohrwege, Grohn und Tarmstedt. In Worpswede lernte sie Heinrich Vogeler kennen, kündigte den Staatsdienst und arbeitete im Bund der Entschiedenen Schulreformer mit. Sie trat einer Arbeitsgemeinschaft für Junglehrer in Gotha bei und kämpfte 1920/21 gegen die Kapp-Putschisten. 1922 war sie als Lehrerin in Spandau im "Spandauer Schulkampf" engagiert (800 Kinder demonstrierten gegen die "Prügel- und Lernschule"); erneut kündigte sie den Staatsdienst und ging nach Hellerau, wo sie mit Neill in der Versuchsschule tätig war. Gleichzeitig veröffentlichte sie mehrere reformpädagogische Artikel. 1925 unterrichtete sie an der privaten Benario-Schule, dann an der Schule der russischen Handelsvertretung, bis sie 1928 die Tami-Oelfken-Gemeinschaftsschule in Berlin-Lichterfelde gründete. Set 1931 veröffentlichte sie Kinderbücher. 1934 wurde ihre Schule wegen "kommunistischer und judenfreundlicher Tendenzen" geschlossen, sie ging nach Frankreich, dann nach England, Italien und kehrte 1939 nach Berlin zurück. Nach dem Ausschluss aus der "Reichsschrifttumskammer" lebte sie zurückgezogen in Überlingen. Es ging ihr so elend, dass sogar die hungernden "Fremdarbeiter" ihr Essensreste vor den Zaun legten. Nach 1947 arbeitete sie für den Südwestfunk. Wegen ihres Eintretens für den Frieden und ihrer Zusammenarbeit mit DDR-AutorInnen wurde sie von vielen BRD-Verlagen geächtet und erst nach ihrem Tod wiederentdeckt. 2004 wurde eine Schule an ihrem Geburtsort nach ihr benannt.


Werke

  • Nickelmann erlebt Berlin, 1931
  • Peter kann zaubern, 1932
  • Tine, 1940
  • Die Persianermütze, 1942 (kurz nach dem Erscheinen verboten)
  • Die Sonnenuhr], 1946
  • Fahrt durch das Chaos] (Logbuch), 1946
  • Zauber der Artemis
  • Maddo Clüver
  • Die Kukucksspucke
  • Traum am Morgen], 1950
  • Stine vom Löh, 1953
  • Die Penaten, 1957

Literatur

  • WEISS, Norbert, und WONNEBERGER, Jens: Dichter Denker Literaten aus sechs Jahrhunderten in Dresden, Dresden 1997.
  • Renate Wall: Lexikon deutschsparchiger Schriftstellerinnen im Exil 1933-1945], Haland&Wirth/ Psychosozial-Verlag 2004, S. 327f.
  • Ursel Habermann: "Das Gewohnte und das Feste will ich lassen ...". Annäherung an eine vergessene Dichterin: Tami Oelfken (1888-1957), in: allmende No. 28/29, S. 166-188.
  • „Mit meinen Büchern bin ich glücklich“. Heidi Hirschberg erinnert an Tami Oelfken, in: literaturblatt November/Dezember 2004.
  • HANSEN-SCHABERG, Inge, Tami Oelfken (1888-1957). Die reformpädagogischen Berliner Jahre, in: "etwas erzählen". Die lebensgeschichtliche Dimension in der Pädagogik. Bruno Schonig zum 60. Geburtstag, hrsg. von Inge HANSEN-SCHABERG, Baltmannsweiler 1997, S. 132-141.
  • Hundt, Walter: Bei Heinrich Vogeler in Worpswede. Erinnerungen, Worpsweder Verlag 1981.

Webseiten


Für weiterführende Informationen:

 Tami Oelfken Gesellschaft e. V.
 Cloppenburger Str. 109
 26135 Oldenburg
 Tel.: 0441 - 2 48 87 68
 Fax: 0441 - 9 26 68 80
 E-mail: tami.oelfken@t-online.de
 Kontakt: Ulrich Hartig