Salme Prinzessin von Oman

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30. August 1844 Beit il Mtoni - 29. Februar 1924 Jena, Grab in Hamburg

Sayyida Salme bint Said bin Sultan Al Bu Sa'id war eine omanische Prinzessin, Tochter von Sultan Said bin Sultan von Oman und Sansibar und seiner tscherkessischen Nebenfrau Jilfidan. 1866 floh sie aus ihrer Heimat (ihr Boot ist in der Sammlung des Fährkapitäns Jablowski bei Caputh zu sehen), um in Aden, nach ihrer Taufe, den deutschen Kaufmann Heinrich Ruete zu heiraten. Danach nannte sie sich Emily Ruete. Sie bekam drei Kinder, doch ihr Mann starb drei Jahre nach ihrer Ankunft in Hamburg und sie wurde von den Behörden schikaniert und um das Erbe ihres Mannes gebracht. Außer in Dresden (drei Jahre, um 1880) lebte sie auch in Berlin, Rudolstadt und Köln. Bismarck versuchte sie für seine Kolonialpolitik zu instrumentieren, als sie ihn um Hilfe bei der Erlangung ihres sansibarischen Erbes bat 1885 und 1888 reiste sie, praktisch als deutsche Agentin, nach Sansibar. Sobald die Deutschen ihre eigenen Ansprüche durchgesetzt hatten, ließen sie Emily fallen.

Sie schrieb und veröffentlichte ihre Memoiren und war als Lehrerin tätig. Der neue Sultan ließ ihr eine kleine Pension zukommen. Heute gibt es in ihrer Heimat ein ihr gewidmetes Museum.

Literatur

  • Leben im Sultanspalast. Memoiren aus dem 19. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe) von Emily Ruete; Annegret Nippa
  • Emily Ruete: Briefe nach der Heimat, hrsg. von Heinz Schneppen, Philo Verlag 1999