Rosa Menzer

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Rosa Menzer. mit frdl. Gen. von Frau Ruth Ermer-Menzer (alle Rechte vorbehalten)
Stolperstein für Rosa Menzer auf der Rosa-Menzer-Straße 19 in Dresden (Foto: Bettina Melzer, 2013)

Rosa Menzer (* 4. Januar 1886 Plunge/Litauen - Frühjahr 1942 Bernburg)

Leben

Rosa Menzer war eine antifaschistische Widerstandskämpferin. Als Tochter einer orthodoxen jüdischen Familie (geboren als Hiende-Reise Litwin) war ihr kein Schulbesuch vergönnt, mit 12 Jahren begann sie eine Schneiderlehre. 1906 arbeitete sie als Hausschneiderin in Berlin, bis zur Ausweisung als "Lästige Ausländerin". 1910 kam sie nach Dresden, wo sie im Arbeiterbildungsverein mitarbeitete. Sie schloß die Ehe mit Max Menzer. 1912 trat sie in die SPD ein, 1917 in die USPD, 1919 in die KPD. Die "Rosa Luxemburg von Striesen" war Vorsitzende der Internationalen Arbeiterhilfe und Leiterin des Roten Frauen- und Mädchenbundes in Striesen. Sie war befreundet mit Elisabeth Sparschuh. 1933 leistete sie illegale Parteiarbeit, am 5. März 1934 folgte ihre Verhaftung, sie wurde nach Waldheim gebracht. Nach der Entlassung stand sie unter Polizeikontrolle, 1939 wurde sie ins KZ Ravensbrück verschleppt. Im Februar 1942 wurde sie zur Vernichtung in die Nervenheilanstalt Bernburg abtransportiert und dort ermordet. Zu ihren Ehren wurde die Rosa-Menzer-Str. in Striesen benannt.

Gedenken

Am 27. September 2013 wurde zur Erinnerung an Rosa Menzer ein Stolperstein auf der Rosa-Menzer-Straße 19 (Dresden-Striesen) gesetzt.

Audioguide "Rosa Menzer war hier"

Der Auidoguide "Rosa Menzer war hier" wurde von einer Gruppe StudentInnen entwickelt, die sich im Umfeld eines Forschungsseminars formiert hat, welches auf einer Kooperation mit der TU Dresden, Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, dem Frauenstadtarchiv Dresden und HATiKVA - Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur Sachsen e.V. basierte. Unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Schötz und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Nancy Walter forschte die Gruppe zu den biographischen Zeugnissen der in der Shoa ermordeten Dresdnerin Rosa Menzer. Als Ergebnis entstand eine Sequenz von drei performativen Audioguide-Beiträgen, in denen die einzelnen Lebensstationen der Kommunistin und Jüdin nachgezeichnet werden und die jeweils für bestimmte für Rosa Menzer besonders relevante Orte konzipiert wurden.

Die Präsentation der Audioguide-Beiträge fand am 27. Januar 2016 in Dresden am Münchner Platz und im FrauenBildungsHaus Dresden statt - anlässlich des Holocaust-Gedenktages.

Detailliertere Informationen zum Audioguide und zu den Teilnahmemöglichkeiten am Audiowalk "Rosa Menzer war hier. Ein Wi(e)dergang" unter: Rosa Menzer

Literatur

  • BIOGRAFISCHE NOTIZEN zu Dresdner Straßen und Plätzen, die an Persönlichkeiten aus der Arbeiterbewegung, dem antifaschistischen Widerstandskampf und dem sozialistischen Neuaufbau erinnern. Hrsg. Museum für Geschichte der Stadt Dresden, Dr. Rudolf Förster, Dresden 1976
  • VIELE LERNEN GESCHICHTE...(Rosa Menzer), In: "wir", Beilage der SZ vom 3.1.1986
  • SPURENSUCHE. Juden in Dresden, Dresden 1995


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