Maria Reiche

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Maria-Reiche-Ehrung in Dresden

(15. Mai 1903 Dresden - 8. Juni 1998 Lima)

Maria Reiche war deutsche Naturforscherin, Natur- und Geisteswissenschaftlerin. Geboren in der Zittauer Straße als Tochter einer Juristenfamilie, begann sie 1923 Mathematik, Physik, Philosophie, Geografie und Pädagogik in Dreden und Hamburg zu studieren und legte 1928 ihr Staatsexamen ab. 1932 verließ sie Deutschland: “Der Gedanke an all den Haß, der erzeugt wurde, widerte mich an.” Sie arbeitete in Peru als Hauslehrerin und Übersetzerin, bevor sie den amerikanischen Wissenschaftler Professor Paul Kosok kennenlernte. Er hatte im Nazca-Gebiet nach Bewässerungsanlagen gesucht. Vor seiner Rückkehr in die USA bat er Reiche, einige Messungen an merkwürdig geraden Linien für ihn anzustellen, die er für eine Art Kalenderanlage für Aussaat- und Erntezeiten hielt. 15 Dollar hat sie für diese Arbeit von Kosok erhalten.

So fing sie an, Ursprung und Bedeutung der Linien zu enträtseln. Sie vermutete, daß darin astronomisches Wissen der Nazca-ZeichnerInnen verschlüsselt war. Sie vermaß und kartographierte sie, um ihre “historische Maßeinheit“ herauszufinden. All dies meist zu Fuß, oft nur mangelhaft ernährt, untergebracht im Zimmer eines Landarbeiterhauses, ohne Wasser und Strom, am Rande der Pampa(seit 1994 Maria-Reiche-Museum). Nachts zerfraßen Mäuse ihre Notizen.

Jahrelang fegte sie die geröllbedeckten Linien mit einem Reisigbesen behutsam frei, um sie besser erkennbar zu machen. Die nationale Luftbildstelle der Luftwaffe Perus ermöglichte ihr Mitflüge, auch außerhalb der Kanzel, festgeschnallt an den Kufen eines Helikopters, um die Kamera senkrecht nach unten befestigen zu können. Ihre Luftaufnahmen machten Reiche weltberühmt. Sie hielt Vorträge in München und London, um auf die drohende Zerstörung aufmerksam zu machen.

Noch heute regen die Linien und Bodenzeichnungen Wissenschaftler, Hobbyforscher und Spekulanten zu immer neuen Theorien zum Zweck der Anlage an. Immer mehr Touristen besuchten die Wüste mit den Riesenbildern. Reiche befürchteten zu Recht, daß sie zerstört werden. “Die Hotels in Nazca füllen sich mit Leuten, die die Pampa ansehen (und zertrampeln), trotzdem will niemand etwas für die Erhaltung tun“, schrieb sie in einem Brief an ihre Mutter. “Die vielen Wagenspuren auf der Pampa tun mir weh. Die Spinne ist ganz zertrampelt. Ich werde jetzt den Präsidenten dazu bringen, im Hubschrauber über die Pampa zu fliegen, damit er sich endlich von der Notwendigkeit überzeugt, die Sache unter Denkmalschutz zu stellen.“ (Aus der Biographie Maria Reiches: Bilderbuch der Wüste)

Reich finanzierte mit Unterstützung Ihrer Lebensgefährtin Amy Meredith Wächter und später, zusammen mit Ihrer Schwester Renate, die Errichtung eines Aussichtsturms an der Panamericana. 1978 erreichte sie, daß das Nazca-Gebiet und die Bodenzeichnungen durch das Land Peru unter Schutz gestellt wurden. 1994 hat die UNESCO die Linien und Bodenzeichnungen zum Welterbe der Menschheit erklärt. Ihr wurden u.a. zwei Ehrendoktortitel, das Bundesverdienstkreuz und der „Orden der Weisen der Inka" (höchste peruanische Auszeichnung) verliehen, außerdem eine Ehrenrente aus Bonn. Ihren Lebensabend verbrachte sie in einem Hotelzimmer in Nasca, betreut von ihrer Schwester Renate, einer Ärztin. 2005 erschien die Biographie Maria Reiches: Bilderbuch der Wüste - Maria Reiche und die Bodenzeichnungen von Nasca.

Inhaltsverzeichnis

Werke

  • Geheimnis der Wüste (1949)
  • Die gigantischen Zeichnungen in der Wüste von Nazca

Literatur

  • Zetzsche, Viola & Schulze, Dietrich: Bilderbuch der Wüste - Maria Reiche und die Bodenzeichnungen von Nasca. Vorwort: Rüdiger Nehberg. Aus über 1000 Briefen schrieb die National Geographic Autorin Viola Zetzsche die packende Biographie Maria Reiches, Mitteldeutscher Verlag Halle, 9/2005
  • STUPPE, Andrea und METZ, Achim: Nazca: Irgendjemand muß weitermachen. 40 Jahre forschte die gebürtige Dresdnerin Maria Reiche...in: DNN 6.4.1996
  • NACHRUF: Maria REICHE; in: DNN 10.6.1998
  • SCHÖN, Stephan: Maria Reiche ist tot; in: SZ 10.6.1998
  • HELFRICHT, Jürgen: Sie nannten sie "Göttin der Pampa". Dresdner Forscherin in Peru (Maria Reiche); in: BILD 10.6.1998
  • dies.: In Peru rätselhaften Zeichen auf der Spur, in: DNN 12.9.2000

Links

  • Homepage Maria Reiche [1]

Aktuell


In ihrer Dia-Lesung zum "Bilderbuch der Wüste" beschreibt Viola Zetzsche Abenteuer aus dem Leben Maria Reiches und aktuelle Ergebnise der Forschung um die die Linien und Bodenzeichnungen von Nasca [2]


Jahrtausende alte Bodenzeichnungen in der trockensten Wüste der Erde in Peru stellen Pflanzen, Tiere und Menschen dar und regen zu immer neuen Spekulationen an. Wo Erich von Dänicken Landebahnen für Außerirdische sieht, erforschte Maria Reiche aus Dresden allein und unermüdlich den wahren Zweck der gewaltigen Bilder.

Inspiriert von Maria Reiche suchen Wissenschaftler aus Deutschland und aller Welt mit modernster Technik nach Antworten. Ob im Flugzeug oder auf der Ladefläche eines Pick Up, die Buchautorin und Fachjournalistin Viola Zetzsche aus Dresden begleitet Archäologen, Geologen und Anthropologen auf ihren abenteuerlichen Streifzügen durch die Jahrtausende in der Wüste von Nasca. Sie schrieb die Biographie der Dresdner Forscherin Maria Reiche.

Von ihren Reisen hat die National Geographic Autorin Viola Zetzsche über 4000 Fotos mitgebracht. Schamanische Rituale alter Kulturen, unerforschte Städte, Mumien, Walfriedhöfe in der Wüste, spirituelle Flächen auf der Pampa – was sie entdeckt hat sehen und hören Sie bei ihrer Dia-Lesung zur Biographie Maria Reiches: "Bilderbuch der Wüste Maria Reiche und die Bodenzeichnungen von Nasca"

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