Margarete Junge

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Gedenktafel für Margarete Junge auf dem Alten Friedhof Klotzsche, Dresden (Foto: Kristine Hardieck, April 2018).

Margarete Junge (* 14. April 1874 in Lauban (poln. Lubań) - † 19. April 1966 Dresden) war eine deutsche Designerin von Möbeln und Kunstgewerbegegenständen. Sie war die erste weibliche Professorin an der damaligen Königlich Sächsischen Kunstgewerbeschule Dresden.

Leben

Margarete Junge wurde als Tochter eines Uhrmachers und einer Französin in Dresden geboren. Ihr Zeichentalent war schon früh erkannt worden. Sie bekam die Probleme aller Frauen jener Zeit, die noch keine staatlichen Ausbildungsstätten besuchen durften, als sie Kunst studieren wollte. Da halfen die im 19. Jahrhundert zunehmend gegründeten Frauenerwerbsvereine weiter. Nach privatem Zeichenunterricht besuchte sie die Zeichenschule des Dresdener Frauenerwerbsvereins. Von 1896-1898 studierte sie (mit Gertrud Kleinhempel) in München an der Damen-Akademie und kehrte dann nach Dresden zurück. 1900 bekam sie den zweiten Preis in einer Ausschreibung der Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst und entwarf ab 1901-1920 für die Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst in Hellerau Möbel (siehe auch Deutsche Werkstätten Hellerau).

Margarete Junge nahm mit Entwürfen für Möbel, Hausrat, Schmuck, Textilien und Spielzeug an internationalen Ausstellungen teil und arbeitete außer für die Deutschen Werkstätten auch für die Werkstätten für deutschen Hausrat Theophil Müller und für die Firma Gottlob Wunderlich in Waldkirch-Zschopenthal. Sie Junge erregte auf den Dresdner Kunstausstellungen 1906 und 1908 das Interesse der Öffentlichkeit mit Entwürfen für Möbel und Zimmereinrichtungen, Schmuck, Lampen.

1907 bekam sie eine Anstellung als Lehrerin an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Dresden. Zu ihren Schülern und Schülerinnen gehörten u. a. Grete Wendt und Grete Kühn, später Lohrisch, die 1915 die heute noch erfolgreiche Firma Wendt&Kühn in Grünhainichen gründeten, außerdem unter vielen anderen Fritz Tröger, Elfriede Lohse-Wächtler, Marianne Oppelt und Elisabeth Jäger.

Margarete Junge wurde als eine der ersten Frauen Mitglied im Deutschen Werkbund. Nach 1915 wurde sie in der Königlich Sächsischen Kunstgewerbeschule als erste Frau überhaupt zur Professorin ernannt. 1934 wird sie mit der Begründung von „Sparmaßnahmen“ aus ihrem Professorenamt entlassen. Sie zog von Dresden nach Hellerau in die Straße Am Grünen Zipfel 6 und lebte dort bis zu ihrem Tod 1966, zusammen mit ihrer Freundin Grete Lindner, einer Russischlehrerin.

Ihr Patenkind Hermann Lohrisch schenkte ca. 100 ihrer Blätter der Dresdner Hochschule für Bildende Künste: Ausstellung (Auswahl) 9.5. - 1.6.2003 Galerie auf der Brühlschen Terrasse

Gedenken

Am 19. April 2018 wurde auf dem Alten Friedhof Klotzsche (Dresden) eine Gedenktafel für Margarete Junge aus Anlass ihres 52. Todestages enthüllt. Auf dem Alten Friedhof Klotzsche hatte sie ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Ausstellungen

  • 1981 August bis September Ausstellung in der Galerie »Kunst der Zeit«, Dresden: Modebilder und Blumenzeichnungen von Margarete Junge
  • 2002 Hermann Lohrisch überlässt das Konvolut mit den Zeichnungen Margarete Junges der Dresdner Hochschule für Bildende Künste, nachdem sie zu dessen 80. Geburtstag im Hause Welsch gezeigt worden waren
  • 2003 9. Mai bis 1. Juni Ausstellung der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Brühlsche Terrasse: Margarete Junge. Zeichnungen
  • 2012 Im GRASSI Museum für angewandte Kunst in Leipzig wird das von Margarete Junge entworfene und von den Werkstätten für deutschen Hausrat Theophil Müller produzierte Empfangszimmer im Rahmen der ständigen Ausstellung »Jugendstil bis Gegenwart« gezeigt
  • 2015 In der Ausstellung »100 Jahre Wendt & Kühn« im Dresdner Museum für Sächsische Volkskunst wird die wichtige Rolle Margarete Junges als Lehrerin von Grete Wendt und Grete Kühn gewürdigt

Verein

  • Margarete Junge Gesellschaft e. V.

Quellen

  • Angioni, Alexandra / Bode, Gabriele / Wilhelm, Jakobus: "Anerkannt und doch vergessen? Margarete Junge, Gertrud Kleinhempel, Charlotte Krause und die Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst." In: Dresdner Hefte. Beiträge zur Kulturgeschichte, Jg. 15, Heft 51, Nr. 3, 1997, S. 13-19 (Themenheft: Gartenstadt Hellerau. Der Alltag einer Utopie).
  • Safert, Hans-Jürgen: Hellerau. Die Gartenstadt und Künstlerkolonie, Dresden 1992.
  • Welsch, Marion / Vietig, Jürgen [Hrsg.]: "Margarete Junge. Künstlerin und Lehrerin im Aufbruch in die Moderne.", Sandstein Verlag, Dresden 2016.