Katharina von Mecklenburg

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Katharina von Mecklenburg, Porträt von Lucas Cranach dem Älteren

Katharina von Mecklenburg, (1487 - 6. Juni 1561 Torgau) Herzogin von Sachsen, war die Tochter des Herzogs Magnus von Mecklenburg. Sie heiratete am 6.7.1512 den Herzog Heinrich den Frommen von Sachsen in Freiberg. Das Ehepaar hatte sechs Kinder, darunter:

Katharinas Vater war Magnus II., Herzog zu Mecklenburg – energisch und zielstrebig sanierte er sein Land. Vermutlich wirkte Magnus‘ Persönlichkeit prägend auf seine Tochter.

Über Katharinas Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Auch über die Heiratsverhandlungen ist nichts sicher überliefert. Laut der fehlerhaften Ribnitzer Chroniken sei Katharina „deme eddelen heren hertich Jurgen tho Mißen […] thoghesecht“ (dem edlen Herrn Herzog Georg zu Meißen … zugesichert) worden. Tatsächlich kann sie aber nur Heinrich, dem Bruder des Herzogs versprochen worden sein.

Die Hochzeit wurde von Heinrichs Sekretär Bernhard Freydinger und dem Historiker Georg Spalatin ausführlich dokumentiert. Demnach sollen die Festlichkeiten ausschweifend und die Kleidung des Brautpaars reich gewesen sein.

Das Ehepaar residierte in Freiberg und zählte Wolkenstein zu seinem Besitz. 1515 gebar Katharina ihre erste Tochter, 1516 und 1518 folgten zwei weitere Töchter. Nach einer Pause kam 1521 Moritz zur Welt, 1522 ein weiterer Sohn und schließlich 1526 August. Katharinas Aktivitäten waren in der Zeit der Schwangerschaften stark eingeschränkt. Zudem fiel die Finanzierung des Haushalts geringer aus als vereinbart, sodass Katharina wegen ihres Personals in Streitigkeiten mit Herzog Georg dem Bärtigen kam. Diese Spannung zwischen den beiden verschärfte sich in der Zeit, als Katharina sich zunehmend den Lehren Luthers zuwandte.

Heinrich entließ im Sommer 1523 drei Hoffräulein aus dem Frauenzimmer von Katharina, da diese Lutherschriften gelesen hatten. Er verhielt sich grundsätzlich abweisend gegenüber den reformatorischen Lehren, hätte sich dahingehend aber auch nicht gegen seinen stoischen Bruder, den sächsischen Herzog behaupten können. Vermutlich hatte die Entlassung ihrer Hofdamen dazu geführt, dass Katharina den Schriften Luthers Interesse schenkte. Binnen weniger Monate war ihr enger Kontakt zu reformatorisch gesinnten Freibergern auch in Wittenberg bekannt. Neben dem Hof ihrer Nichte Elisabeth galt Freiberg als Stützpunkt der Reformation in Sachsen.

Bis 1536 unterdrückte Herzog Georg die Reformation an den sächsischen Höfen; danach wurde das Freiberger Gebiet lutherisch. Er versuchte Katharina zu bestechen, aber sie antwortete den Gesandten: „Ihr erweiset mir einen großen Gefallen, so ihr Freiberg alsbald verlasset.“ 1539, nach dem Tod Herzog Georgs, siedelte das Ehepaar nach Dresden über und führte hier die Reformation durch. Herzog Heinrich starb am 18. August 1541. Katharina lebte noch 20 Jahre auf Schloss Wolkenstein. Sie erließ 1560 eine Frauenzimmerordnung für ihre Hofdamen, die kulturhistorisch von Interesse ist.


Literatur

  • ARCHIV für Sächsische Geschichte, Band 9
  • STICHART, Franz Otto: Galerie der sächsischen Fürstinnen; biogr. Skizzen sämtlicher Ahnfrauen des kgl. Hauses Sachsen, Leipzig 1857
  • MEYER, Johannes: Frauengestalten und Frauenwalten im Hause Wettin, Bautzen 1912
  • PAPKE, Dr. Eva: Frauen in der frühen Dresdner Stadtgeschichte (IV und Schluß). Mätressen beherrschten Geschichtsbild über Frauen; in: DNN 3.8.1998
  • BRÄUER, Prof. Dr. Siegfried: Katharina - evangelische Landesherrin in Sachsen; in: Frauen fo(e)rdern Reformation, Wittenberg 2004.

Links