Elisabeth von Rochlitz

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Johann und Elisabeth im Sächsischen Stammbuch von 1546

Elisabeth von Rochlitz (* 4. März 1502 Marburg; † 6. Dezember 1557 Schmalkalden) war Ehefrau des Herzogs Johann von Sachsen und damit die Schwiegertochter Georgs des Bärtigen.

Dank der Vielzahl an – zum Großteil von Elisabeth selbst geschriebenen – Briefen ist die "Reformationsfürstin" eine der am besten überlieferten Persönlichkeiten der Reformationszeit.

Elisabeth verlebte ihre Kindheit auf dem Witwensitz ihrer Mutter, der Landgräfin Anna von Mecklenburg (-Schwerin), in Gießen. Der Haushalt unterstand der Vormundschaft eines von den hessischen Landständen gebildeten Rats, der die Regierungsgeschäfte übernommen hatte. Elisabeths minderjähriger Bruder Philipp I. hatte nach dem Tod des Vaters Wilhelms II. von Hessen den Landgrafentitel geerbt. Unter der Vormundschaft des Rats waren die Mittel des mütterlichen Haushalts knapp bemessen und so wuchs Elisabeth in bürgerlichen Verhältnissen auf. Erst 1514 konnte sich die Mutter vom Vormundschaftsrat lösen und mit ihren Kindern auf die landgräfliche Besitzung in Kassel zurückkehren.

Elisabeth war schon früh dem ältesten Sohn des sächsischen Herzogs Georg versprochen. Die Verlobung mit Johann von Sachsen fand nach einem päpstlichen Dispens, da beide im vierten Grad verwandt waren, im März 1515 und die Heirat am 27. August desselben Jahres in Marburg statt. 1517 wurde Elisabeth an den Dresdner Hof verbracht und hielt sich dort nach zwei Jahren dauerhaft auf, musste aber ständig für ihre Selbstständigkeit gegen Georg den Bärtigen und die Hofbeamten kämpfen. Ihr Ehemann konnte sich gegen seinen Vater nicht behaupten.

Elisabeth bewies trotz allem diplomatisches Geschick und vermittelte zwischen Bruder und Mutter, als diese gegen den Willen Philipps I. erneut heiraten wollte. Auch als es zu Spannungen kam, als die Mutter am katholischen Glauben festhielt, während ihr Sohn die Reformation in Hessen einführte, übernahm Elisabeth die Rolle der Schlichterin.

Mit ihrem Mann Johann blieb sie kinderlos, umsorgte dafür den Neffen Georgs, Moritz von Sachsen.

Johann von Sachsen war zeitlebens kränklich. Als ihr Mann mit 38 Jahren gestorben war, zog Elisabeth auf ihren Witwensitz Rochlitz. Nach 20 Jahren am Dresdner Hof widersetzte sie sich Herzog Georg mit allen Mitteln, die ihr mit Schloss, Stadt und Amt gegeben waren, und führte in Rochlitz die Reformation durch.

Neben dem Freiberger Hof ihrer Tante Katharina galt Elisabeths Hof in Rochlitz als Stützpunkt der reformatorischen Bewegung in Sachsen.


Literatur

  • NOLTE, Prof. Dr. Cordula: Fürstinnen der Reformation - Elisabeth von Rochlitz; in: Frauen fo(e)rdern Reformation, Wittenberg 2004.

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